HNO-Krankheitsbilder

Häufige Krankheitsbilder aus dem HNO-Bereich, deren Diagnostik und Therapie in Kurzfassung

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Dies sind vereinfachte Zusammenfassungen einiger Krankheitsbilder, die beschriebenen Symptome, Diagnose- und Therapieverfahren sind unvollständig,  für eine genaue Information wenden Sie sich an Ihre HNO-Ärztin

Hörorgane

Hals

Nase

Kinder

Krankheiten der Hörorgane

ABSTEHOHREN

Abstehende oder ungleiche Ohren können zu Verunsicherung und Scham führen, besonders bei Kindern, die Hänseleien erfahren. Die Korrektur erfolgt meist durch eine wenig belastende Operation, die Ohrmuschelkorrektur (Otopexie), welche Form, Größe und Position der Ohrmuschel verbessert.

Dieser ambulante Eingriff wird bei Erwachsenen oft unter lokaler Betäubung durchgeführt und ist ab dem sechsten Lebensjahr möglich. Über einen Schnitt hinter dem Ohr wird der Knorpel neu geformt und mit unsichtbaren Nähten dauerhaft fixiert. Nach der Operation ist kurzzeitig ein Kopfverband nötig, gefolgt vom nächtlichen Tragen eines Stirnbandes für einige Wochen. Schmerzen sind meist gering. Größere Komplikationen sind extrem selten, jedoch übernimmt die Krankenkasse die Kosten in der Regel nicht, da selten ein Krankheitswert vorliegt.

EINSEITIGE TAUBHEIT

Einseitige Taubheit, bei der das Gehör auf einer Seite komplett defekt ist, beeinträchtigt die räumliche Wahrnehmung und das Sprachverständnis bei Lärm erheblich. Die Diagnose erfolgt durch eine Ohruntersuchung, Hörtests (Hörschwelle und Sprachhörtest) und Bildgebung (CT/MRI) zum Ausschluss anderer Ursachen.

Zur Behandlung stehen vier Hauptoptionen zur Verfügung:

  1. Situative Anpassung: Betroffene wenden sich automatisch mit dem gesunden Ohr der sprechenden Person zu.
  2. CROS Hörgeräte: Sprache von der tauben Seite wird drahtlos auf ein Hörgerät am gesunden Ohr übertragen, was die Sprachunterscheidung im Lärm verbessert.
  3. Knochenleitende Hörsysteme: Übertragen den Schall über den Schädelknochen auf das gesunde Ohr; erfordert meist eine Operation.
  4. Cochlea Implantat (CI): Die einzige Möglichkeit, das beidseitige Hören wiederherzustellen, indem der Hörnerv direkt stimuliert wird. Es verbessert das Hören im Störlärm und die Geräuschlokalisierung, ist aber die aufwändigste Behandlung.
    SCHWINDELMIGRÄNE

    Die vestibuläre Migräne (Schwindelmigräne), deren Ursache unbekannt ist, ist eine häufige Ursache für spontanen Schwindel. Symptome sind Dreh- oder Schwankschwindel, oft begleitet von Übelkeit und Erbrechen. Bei etwa 50 % treten Kopfschmerzen auf, 30 % haben nur Schwindel. Attacken können von Sekunden bis zu Tagen dauern und gehen oft mit Licht- und Lärmempfindlichkeit einher.

    Die Diagnose erfordert mindestens fünf Schwindelepisoden (5 Minuten bis 72 Stunden) und eine bekannte Migräne. Mindestens die Hälfte der Episoden muss Migräne-Schlüsselmerkmale wie pulsierende, einseitige Kopfschmerzen, Licht-/Lärmempfindlichkeit oder visuelle Aura aufweisen.

    Zur Vorbeugung werden Ernährungsanpassungen (Reduktion von Wein, Käse, Schokolade), gute Schlafhygiene, regelmäßiger Ausdauersport und Stressabbau empfohlen. Magnesium kann als Nahrungsergänzung helfen. Zur medikamentösen Prophylaxe stehen Betablocker, Candesartan oder Topiramat zur Verfügung.

      ZUNEHMENDE SCHWERHÖRIGKEIT BEI HÖRGERÄTETRÄGERN:INNEN

      Schwerhörigkeit ist eine der häufigsten chronischen Krankheiten, die Menschen jeden Alters betrifft und meist nicht geheilt werden kann. Während Hörgeräte die Lebensqualität verbessern, reicht ihre Leistung bei fortschreitendem Hörverlust oft nicht mehr aus. In solchen Fällen wird ein Cochlea-Implantat (CI) empfohlen.

      Die Diagnose umfasst eine ausführliche Hörtestung, inklusive der Bestimmung der Hörschwelle und des Sprachverstehens mit den aktuellen Hörgeräten, ergänzt durch Bildgebung und Gleichgewichtsuntersuchungen.

      Das CI ist eine Versorgung, die einem Hinter-dem-Ohr-Hörgerät ähnelt, jedoch keine Lautsprecher im Gehörgang hat. Es nimmt Töne auf und leitet sie per Funk an das unter der Haut implantierte Gerät weiter. Dieses stimuliert die Hörnervenfasern direkt elektrisch. Das Implantat wird operativ eingesetzt. Nach der Heilung folgt die Programmierung des Sprachprozessors und ein individuelles Hörtraining, um ein verbessertes Sprachverstehen zu erzielen, oft in Kombination mit einem Hörgerät auf der anderen Seite.

        Krankheiten vom Hals und Kehlkopf

        Heiserkeit

        Die Stimmlippen im Kehlkopf sind für die Stimmgebung verantwortlich. Dieser komplexe Vorgang ist störanfällig, was häufig zu Heiserkeit führt, verursacht z.B. durch Schleim oder Polypen. Akute Heiserkeit verschwindet oft schnell, doch eine chronische Heiserkeit, die länger als drei Wochen andauert, muss fachärztlich abgeklärt werden.

        Typische Symptome sind veränderter oder teilweiser Stimmverlust, oft begleitet von Räuspern, Globusgefühl oder Schmerzen im Hals. Sprechberufe und Rauchen sind Risikofaktoren. Die Diagnose erfolgt durch Anamnese und Laryngo-/Laryngostroboskopie, idealerweise durch einen Phoniater.

        Die Behandlung umfasst konservative Ansätze, wie die Abstimmung von Stimmbelastung und -entlastung sowie logopädische Stimmtherapie. Operative Maßnahmen sind bei organischen Befunden (z.B. Polypen, Tumore) indiziert und erfolgen meist in Vollnarkose über den Mund, gefolgt von sanfter Stimmaktivität.

        Refluxkrankheit

        Reflux ist der Rückfluss von Mageninhalt in die Speiseröhre (GERD) oder bis in den Rachen (LPR). Die Magensäure kann die Schleimhäute reizen und zu Entzündungen führen, was langfristig Geschwüre, Verengungen oder selten Speiseröhrenkrebs verursachen kann.

        Rund 10% der Bevölkerung leiden unter krankhaftem Reflux. Typische Beschwerden sind Sodbrennen, saures Aufstoßen und Schmerzen hinter dem Brustbein. Auch unspezifische Symptome wie Globusgefühl, Heiserkeit, chronischer Husten oder Zahnschäden können auf Reflux hinweisen.

        Ursachen sind meist eine unzureichende Funktion des unteren Speiseröhren-Schließmuskels, erhöhter Magendruck (z.B. durch Übergewicht oder Schwangerschaft) oder eine Überfüllung des Magens. Begünstigend wirken ein Zwerchfellbruch, bestimmte Lebensmittel (z.B. Schokolade, Fettiges), Rauchen und Stress.

        Die Diagnostik erfolgt über Kehlkopf- und/oder Magenspiegelung zur Beurteilung der Schleimhautveränderungen und eine 24-Stunden-Säuremessung (Impedanz-pH-Metrie).

        Die Behandlung umfasst primär Anpassungen des Lebensstils (Diät, Gewichtsabnahme, Rauchstopp) und medikamentöse Therapie mit Säureblockern (z.B. Protonenpumpenhemmer). Bei schwerer Fehlfunktion des Schließmuskels kann eine Operation nötig sein.

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        Schluckstörung

        Das Schlucken ist ein lebenswichtiger, hochkomplexer Prozess, der Nahrung und Flüssigkeit in den Magen befördert. Etwa 25 Muskelpaare sind beteiligt, und wir schlucken rund 1500-mal täglich. Der Ablauf erfolgt in drei Phasen: In der oralen Phase wird die Nahrung gekaut und in den Rachen bewegt, in der pharyngealen Phase schützt der Kehldeckel die Atemwege, und in der ösophagealen Phase transportiert die Speiseröhre den Bissen in den Magen. Eine Schluckstörung (Dysphagie) kann in jedem Alter auftreten, besonders jedoch im Alter. Ursachen sind neurologische Erkrankungen (z. B. Schlaganfall, Parkinson), strukturelle Veränderungen (Tumore, Narben) oder altersbedingte Einschränkungen.

        Schilddrüsenknoten

        Die Schilddrüse ist ein schmetterlingsförmiges Organ am Hals, das wichtige Hormone für den Stoffwechsel produziert. Eine Überfunktion führt zu Nervosität, Gewichtsverlust und erhöhter Körpertemperatur, eine Unterfunktion zu Antriebslosigkeit und Gewichtszunahme. Mit zunehmendem Alter entstehen häufig gutartige Knoten oder Zysten – etwa so oft, wie man alt ist (z. B. 50 % Wahrscheinlichkeit mit 50 Jahren). Nur selten verursachen sie Beschwerden wie Druckgefühl oder Heiserkeit. Bei auffälligen Befunden erfolgt eine Ultraschalluntersuchung und gegebenenfalls eine Gewebeprobe. Bösartige Knoten werden meist operativ entfernt. Dank modernem Recurrensmonitoring sind Stimmbandlähmungen selten. Alternativ können Radiojodtherapie oder Thermoablation eingesetzt werden.

          Schwellung am Hals

          Neu auftretende Schwellungen am Hals können vielfältige Ursachen haben: Traumata (z.B. durch Unfälle), angeborene Missbildungen (wie laterale oder mediane Halszysten), Entzündungen sowie gut- oder bösartige Tumore.

          Traumata führen oft zu Gewebeschwellungen; hier muss eine verzögerte Kehlkopfschwellung ausgeschlossen werden, da diese zur Erstickungsgefahr führen kann. Missbildungen sind meist zystisch, Überbleibsel der embryonalen Entwicklung, oder betreffen Blut- und Lymphgefäße. Entzündungen betreffen Organe (z.B. Speicheldrüsen, Sialadenitis; Schilddrüse) oder Lymphknoten, sind oft schmerzhaft und meist konservativ behandelbar. Tumore können gutartig (verdrängen Gewebe, wachsen langsam) oder bösartig (zerstören Gewebe, wachsen schnell) sein. Bösartige Tumore erfordern oft eine multimodale Therapie (Operation, Bestrahlung). Unabhängig von Symptomen sollte jede neuartige Halsschwellung von einem Spezialisten abgeklärt werden, um die Ursache festzustellen und eine entsprechende Behandlung einzuleiten.

            Krankheiten der Nase und ihrer Nebenhöhlen

            Behinderte Nasenatmung

            Nasenatmungsbehinderung ist ein häufiges Problem, das bis zu einem Drittel der Bevölkerung betrifft. Die Ursachen sind komplex und umfassen anatomische Strukturen, Schleimhautzustand, Luftdynamik sowie psychologische Faktoren.

            Die Behinderung kann durch strukturelle Anomalien des knöchernen/knorpeligen Gerüsts entstehen (z.B. Nasenscheidewandverbiegung, Nasenklappenverengung) oder durch Schleimhautschwellungen, wie bei chronischer Rhinosinusitis, Polypen oder allergischer Rhinitis (Heuschnupfen). Symptome reichen von seitenwechselnder oder permanenter Einschränkung des Luftstroms bis hin zu Mundatmung und Riechverlust. Neu und schnell fortschreitende, einseitige Behinderung mit Nasenbluten gelten als Warnsignal.

            Die Diagnose basiert auf Anamnese und gründlicher Untersuchung (Endoskopie), ggf. ergänzt durch Allergietests oder Bildgebung. Die Behandlung richtet sich nach der Ursache: Schleimhautbedingte Probleme werden primär medikamentös (Nasenspülungen, Kortisonsprays) behandelt. Bei strukturellen Ursachen oder Therapieresistenz werden operative Eingriffe wie Septumplastik oder Nasenmuschelverkleinerung empfohlen.

            Nasenbluten

            Nasenbluten (Epistaxis) ist ein häufiger Notfall, den mehr als die Hälfte der Menschen im Leben erleben. Es betrifft häufig Kinder und ältere Erwachsene und tritt in kälteren Jahreszeiten vermehrt auf.

            Ursachen sind oft unklar, aber die starke Durchblutung und Exposition der Nasenschleimhaut zur trockenen Luft machen das System anfällig. Risikofaktoren sind blutverdünnende Medikamente, ungenügend behandelter Bluthochdruck, frühere Nasen-OPs/Unfälle und Gerinnungsstörungen.

            Die Symptome reichen von leichten Tropfen bis zu starkem Fluss, auch nach hinten in den Rachen. Starker oder häufiger Blutverlust kann zu Blutarmut führen.

            Zur Diagnostik werden Puls und Blutdruck gemessen sowie eine Untersuchung mittels Spekulum oder Endoskop durchgeführt, um zwischen einfacherem vorderem und schwierigerem hinterem Nasenbluten zu unterscheiden.

            Die Erstbehandlung beinhaltet das Zusammendrücken der weichen Nasenflügel bei aufrechter Haltung und leicht nach vorne gebeugtem Kopf. Bei sichtbarer Blutung wird die Quelle verödet (chemisch/elektrisch). Bei unklarer Quelle kommen Tamponaden zum Einsatz. Bei schweren Fällen sind chirurgische Gefäßverschlüsse oder Embolisationen nötig. Die Nachbehandlung umfasst Nasenpflege und das Vermeiden von Pressen und Schnäuzen.

              Nasenbeinfrakturen

              Nasenverletzungen umfassen Haut-, Knochen- und Knorpelschäden. Nasenbeinfrakturen sind die häufigsten Gesichtsfrakturen und erfordern meist keine Röntgenbilder. Bei einer Fraktur muss genügendes  Abschwellen abgewartet werden (bis zu 5 Tage), bevor eine Untersuchung zur Beurteilung einer möglichen Korrektur erfolgen kann.

              Wichtig ist der Ausschluss eines Septumhämatoms (Blutansammlung an der Nasenscheidewand), das frühzeitig drainiert werden muss, um Knorpelschäden und Deformitäten zu verhindern. Die Korrektur einer verformten Nase wird in Narkose durchgeführt und muss innerhalb von 14 Tagen ab Verletzung erfolgen, danach ist die Fraktur bereits in Fehlstellung konsolidiert.

              Weitere Komplikationen sind anhaltende Nasenatmungsbehinderung (ggf. Septumkorrektur nötig), Nasenbluten(Verödung/Tamponade bei Persistenz), selten Liquoraustritt (meist spontane Heilung) und sehr selten ein irreversibler Verlust des Geruchssinns.

              Riechstörungen

              Riechstörungen sind weit verbreitet, nehmen mit dem Alter deutlich zu und werden von Betroffenen oft nicht bemerkt. Die Riechzellen im Nasendach nehmen Duftmoleküle sowohl beim Ein- als auch beim Ausatmen (wichtig für das Feinaroma von Speisen) wahr.

              Ursachen sind vielfältig: Schädel-Hirn-Trauma, virale Infekte (z.B. COVID-19), chronische Nasennebenhöhlenerkrankungen, neurodegenerative Erkrankungen (Morbus Parkinson/Alzheimer) oder selten Tumore. Die Diagnostik erfolgt über eine detaillierte Anamnese, eine Nasenuntersuchung (mit Endoskopie) und einen standardisierten Riechtest. Gegebenenfalls folgen bildgebende Verfahren (MRT/CT).

              Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Bei Entzündungen wird zunächst die Entzündung behandelt. Nach Infekten oder Unfällen wird zur Stimulation der Regeneration Riechtraining empfohlen. Bei bleibenden Störungen ist eine Beratung bezüglich Sicherheitsmaßnahmen (Brandmelder, Lebensmittelkontrolle) und Kompensation des Verlusts der Lebensqualität wichtig.

                postnasal Drip

                Das stetige Gefühl von Sekretlaufen im Rachen, Postnasal Drip (PND) genannt, ist eine häufige, ungefährliche Störung, oft im Zusammenhang mit Nasennebenhöhlenentzündung oder Allergien. Ursächlich sind wahrscheinlich erhöhte Zähigkeit des Sekrets, verminderte Selbstreinigung der Nase und eine veränderte Rachensensibilität.

                Typische Symptome sind Fremdkörpergefühl, chronischer Husten und Räusperzwang. Die Diagnose basiert auf Anamnese und Untersuchung der Rachenhinterwand, wobei manchmal auch bildgebende Verfahren nötig sind.

                Die Behandlung richtet sich nach der Ursache und dem Leidensdruck. Empfohlen werden ausreichende Flüssigkeitszufuhr, Nasenpflege (Salben, Spülungen), lokale Kortisonsprays, verflüssigende Medikamente und Antihistaminika. Ein Rauchstopp ist dringend anzuraten. Bei hohem Leidensdruck können weitere, auch chirurgische Optionen erwogen werden.

                  Besondere Krankheiten bei Kindern

                  Schlafapnoe bei Kindern

                  Vergrößerte Gaumen- und Rachenmandeln (Tonsillen und Adenoid), die bis zum Alter von 4-6 Jahren ihre maximale Größe erreichen, sind die Hauptursache für das Obstruktive Schlafapnoe-Syndrom (OSAS) bei Kindern.

                  Typische Symptome sind lautes Schnarchen, Atemaussetzer, nächtliches Schwitzen, Mundatmung, Konzentrationsstörungen und Wachstumsverzögerungen. Unbehandelt kann OSAS zu Herz-Kreislauf-Störungen führen.

                  Die Diagnostik umfasst die Beurteilung der Mandelgröße, eine Befragung der Eltern (oft mit Schlaf-Video) und einen objektiven Schlaftest (Polygraphie/Polysomnographie) zur Messung der Blutsauerstoffschwankungen.

                  Die Behandlung der Wahl ist bei vergrößerten Mandeln die operative Entfernung (teilweise oder vollständig) unter Vollnarkose, um die Atemwege zu verbessern. Bei mildem OSAS oder nicht vergrößerten Mandeln können konservative Ansätze wie Kortison-Nasensprays oder in seltenen Fällen eine nächtliche Überdruckbeatmung (CPAP) infrage kommen.

                  Chronischer Mittelohrerguss

                  Ein chronischer Mittelohrerguss (Tubenmittelohrkatarrh) ist eine Flüssigkeitsansammlung im Mittelohr, die über drei Monate besteht. Sie entsteht durch eine Funktionsstörung der Eustachischen Röhre, die das Mittelohr mit dem Nasenrachenraum verbindet.

                  Die Flüssigkeit dämpft die Schwingungen der Gehörknöchelchen, was zu einer Schallleitungsschwerhörigkeit und einem Druckgefühl führt. Bei Kindern können Sprachentwicklungsstörungen auftreten.

                  Die Diagnostik erfolgt mittels Ohrmikroskopie, Hörtests und Tympanometrie. Zur Behandlung wird primär eine konservative Therapie mit kortisonhaltigem Nasenspray und Druckausgleich (z.B. mit Ballon) durchgeführt. Bleibt diese erfolglos, wird operativ ein Paukenröhrchen eingesetzt, um das Mittelohr zu belüften. Bei Erwachsenen kann auch eine Ballondilatation der Eustachischen Röhre erwogen werden. Bei Therapieversagen kann ein Hörgerät das Gehör verbessern.

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                  MITTELOHRENTZÜNDUNG BEI KINDERN

                  Kinder sind besonders anfällig für Mittelohrentzündungen (Otitis), da ihre Eustachische Röhre kürzer und waagrechter liegt und ihr Immunsystem noch nicht voll entwickelt ist. Dies kann zur Ansammlung von Flüssigkeit im Mittelohr führen (seröse Otitis), was vorübergehenden Hörverlust verursacht.

                  Wird diese Flüssigkeit bakteriell infiziert und bildet sich Eiter, spricht man von der akuten Otitis media (AOM). Typische Symptome sind Ohrenschmerzen, die sich beim Hinlegen verschlimmern, sowie Fieber und schlechtes Hören. Bei starkem Druck kann das Trommelfell einreißen, wobei Eiter oder Blut austritt und die Schmerzen oft nachlassen.

                  Mögliche Komplikationen sind eine Mastoiditis (Entzündung des Knochens hinter dem Ohr, erkennbar an abstehender, geröteter Ohrmuschel), Gesichtslähmung, Schwindel oder in seltenen, schweren Fällen eine Hirnhautentzündung.

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