Häufige HNO-Eingriffe

Auswahl HNO-Operationen, deren Indikationen und Nachbehandlung

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Dies sind vereinfachte Zusammenfassungen einiger Operationen aus dem Gebiet Hals- Nasen und Ohrenchirurgie. Für eine genauere Information wenden Sie sich an Ihre HNO-Ärztin

Hörorgane

Hals

Atmung

Kinder

Engriffe an den Hörorganen

Trommelfellschnitt

Der Trommelfellschnitt (Parazentese), gegebenenfalls mit Einlage einer Paukendrainage, wird zur Behandlung von Hörminderungen und wiederholten Mittelohrentzündungen infolge eines Mittelohrergusses durchgeführt. Der Eingriff erfolgt in Vollnarkose, wobei ein Schnitt ins Trommelfell gemacht und die Flüssigkeit abgesaugt wird.

Der Schnitt heilt meist innerhalb einer Woche von selbst. Eine Paukendrainage («Röhrli») wird normalerweise nach 6-12 Monaten vom Körper abgestoßen. Als seltenes Risiko kann der Schnitt nicht selbstständig zuheilen.

Um Komplikationen zu vermeiden, darf bis zum Verschluss des Trommelfells kein Wasser (auch kein Shampoo-Wasser) ins Ohr gelangen. Kinder mit Drainage sollten nicht tauchen.

Cochleaimplantat

Das Cochlea-Implantat (CI) ist eine chirurgisch eingesetzte Hörprothese für hochgradig schwerhörige oder ertaubte Patienten, bei denen herkömmliche Hörgeräte nicht mehr ausreichen. Das CI besteht aus einem implantierten Teil in der Hörschnecke (Cochlea) und einem äußeren Sprachprozessor. Es ersetzt geschädigte Sinneszellen, indem es die Nervenzellen direkt elektrisch reizt.

Die Operation erfolgt in Vollnarkose und führt in der Regel zum Verlust der akustischen Resthörfähigkeit. Mögliche Frühkomplikationen sind Tinnitus, Schwindel oder Geschmacksstörungen. Seltene, aber schwerwiegende Risiken umfassen eine Gesichtsnervenlähmung oder eine Hirnhautentzündung durch Infektion. Nach dem Eingriff sollte für zwei Wochen Sport und starke körperliche Anstrengung vermieden werden.

    Tympanoplastik

    Die Tympanoplastik dient dazu, ein beschädigtes Trommelfell oder die Gehörknöchelchen zu reparieren und ein trockenes, stabiles Mittelohr herzustellen. Häufig verbessert sich dabei auch das Hören. Ursachen für ein Loch im Trommelfell sind chronische Entzündungen, Belüftungsstörungen oder Verletzungen. Der Eingriff wird von der Krankenkasse übernommen und erfolgt je nach Situation in Narkose oder örtlicher Betäubung. Das Trommelfell wird mit körpereigenem Gewebe oder Prothesen rekonstruiert. Komplikationen sind selten und meist vorübergehend. Nach der Operation ist der Gehörgang mehrere Wochen tamponiert, körperliche Schonung und Schutz vor Wasser sind wichtig.

    Entfernung der Rachenmandel

    Die Rachenmandel – das Adenoid ist ein Immunorgan, das im Kindesalter besonders aktiv ist und sich meist nach dem sechsten Lebensjahr zurückbildet. Eine Adenotomie beeinträchtigt die Immunfunktion nach aktuellem Wissen nicht. Operiert wird bei vergrößerten Rachenmandeln mit chronischem Paukenerguss, dauerhafter Mundatmung, therapieresistenter Sinusitis, Schlafapnoe oder bestimmten Fehlbildungen. Der Eingriff erfolgt in Vollnarkose durch den Mund. Komplikationen sind selten und umfassen Nachblutungen, Infektionen, leichte Sprachveränderungen oder Verletzungen im Mundbereich. Postoperativ sollen Kinder zwei Wochen körperliche Belastung, Sport, Vollbäder und Sauna vermeiden und bei Blutungen sofort ärztlichen Rat einholen.

    Entfernung einer Halszyste

    Die Entfernung einer Halszyste oder Halsfistel ist bei angeborenen Fehlbildungen notwendig, da sie sich nicht zurückbilden und zu wiederkehrenden Infektionen führen können. Halszysten sind flüssigkeitsgefüllte Hohlräume, während Halsfisteln eine Verbindung zur Haut bilden. Die Operation erfolgt in Vollnarkose.

    Bei einer seitlichen (lateralen) Halsfistel kann die Entfernung der Gaumenmandel nötig sein. Bei einer mittleren (medianen) Halszyste/-fistel muss oft auch ein Teil des Zungenbeins entfernt werden.

    Der risikoarme Eingriff kann in seltenen Fällen Blutungen, Infektionen oder (oft vorübergehende) Nervenschädigungen (z.B. Zungen-, Schulterheber-, Gesichtsnerv) verursachen. Bei gleichzeitiger Gaumenmandelentfernung sind Nachblutungen und Schluckschmerzen möglich. Postoperativ sind körperliche Schonung für eine Woche und Vermeidung direkter Sonneneinstrahlung der Wunde für sechs Monate zu beachten.

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    Entfernung von Halslymphknoten

    Neck Dissection ist die chirurgische Ausräumung der Halslymphknoten und gegebenenfalls des umliegenden Weichteilgewebes. Sie wird notwendig, wenn ein bösartiger Tumor im Kopf-/Halsbereich oder in der Mundhöhle auf die Lymphknoten übergegriffen hat oder dies sehr wahrscheinlich ist.

    Der Eingriff erfolgt in Vollnarkose über einen Hautschnitt meist vor dem Kopfnickermuskel. Mögliche Komplikationen sind Blutungen , Verletzungen des Brustmilchganges (Chylusfistel) und Nervenschädigungen (z. B. Schulterhebernerv, Zungennerv, Gesichtsnerv), die zu Bewegungseinschränkungen oder Funktionsausfällen führen können. Spätfolgen umfassen Narbenbildung und selten chronische Schwellungen.

    Postoperativ ist für eine Woche körperliche Schonung und Vermeidung heftiger Kopfbewegungen wichtig. Fäden/Klammern werden nach 7–10 Tagen entfernt. Bei Schulterschmerzen sollte Physiotherapie eingeleitet werden.

    Entfernung der Gaumenmandeln

    Die Tonsillen (Gaumenmandeln) sind ein Immunorgan, dessen Entfernung (Tonsillektomie) oder Verkleinerung (Tonsillotomie) die Immunkompetenz nicht negativ beeinflusst. Indikationen sind wiederholte/chronische Entzündungen, Peritonsillärabszess, Schluckschwierigkeiten, Schlafapnoesyndrom und stark vergrößerte Mandeln.

    Die Tonsillektomie entfernt beide Mandeln vollständig in Vollnarkose. Die Tonsillotomie verkleinert sie nur.

    Hauptrisiko sind seltene, aber potenziell lebensbedrohliche Nachblutungen in den ersten 14 Tagen. Selten können Zunge/Gaumen verletzt oder Nervenschäden (Geschmacks- oder Sprechstörungen) auftreten.

    Postoperativ sollte für 14 Tage körperliche Anstrengung und Sport vermieden werden. Es wird weiche, flüssige Kostempfohlen, und stark gewürzte sowie säurehaltige Speisen sind zu meiden. Bei Blutungen muss sofort ärztlicher Rat eingeholt werden.

      Mikroskopische Untersuchung der Halsorgane

      Die Mikrolaryngoskopie (MLS) und Mikropharyngoskopie (MPS) sind diagnostische und/oder therapeutische Untersuchungen des Kehlkopfes (Larynx) und/oder Rachen (Pharynx), die in Vollnarkose durchgeführt werden. Die Indikation liegt bei Stimm-, Schluck- oder Atemstörungen, verursacht durch Veränderungen wie Zysten, Polypen oder Tumore. Der Zugang erfolgt über ein Hohlrohr durch den Mund.

      Zu den möglichen Frühkomplikationen zählen gelegentliche Zahnschäden, Nackenschmerzen, Schluckbeschwerden und Heiserkeit. Im Extremfall kann bei Atemwegsverlegung ein Luftröhrenschnitt (Tracheotomie) notwendig sein. Nach Stimmlippeneingriffen wird zur Heilung oft ein absolutes Sprechverbot von etwa einer Woche verordnet. Spätkomplikationen können dauerhafte Stimm- und Schluckstörungen sein.

      Eingriffe am Hals und Kehlkopf

      Eingriffe an Nase und Luftröhre

      Endoskopie

      Die Panendoskopie ist eine Untersuchung in Vollnarkose zur Begutachtung der Schleimhaut der gesamten oberen Atemwege (Mundhöhle, Rachen, Kehlkopf, Bronchien) und der Speiseröhre. Sie umfasst Inspektion, Endoskopien und das Abtasten des Halses.

      Der Eingriff wird meist bei Verdacht auf bösartige Tumore in diesem Bereich durchgeführt, dient der Diagnose und der Biopsie (Gewebeentnahme). Die Panendoskopie gilt als risikoarm. Mögliche Komplikationen sind gelegentliche Zahnschäden durch die Instrumente, Nackenschmerzen, Blutungen oder Infektionen.

      Postoperativ erfolgt eine Überwachung im Aufwachsaal. Bei ambulanter OP ist eine Betreuungsperson für die ersten 24 Stunden notwendig. Leichte Kost ist oft schon am Tag des Eingriffs erlaubt.

      Luftröhrenschnitt

      Die Tracheotomie (Luftröhrenschnitt) schafft einen Zugang zur Luftröhre, um eine freie Atmung bei akuter oder absehbarer Verengung im Hals (z.B. durch Schwellungen, Tumore oder Infektionen) zu gewährleisten. Der Eingriff erfolgt meist in Vollnarkose durch einen Hautschnitt, Eröffnung der Luftröhre und Einsetzen einer Plastikkanüle.

      Mögliche Komplikationen sind leichte Blutungen , Wundinfektionen , Lungenentzündung durch Aspiration trotz Schutzballon oder in seltenen Fällen Verletzung des Stimmbandnervs. Extrem selten sind Kanülenverstopfung oder -verschiebung mit tödlichen Folgen. Postoperativ ist bei weiterhin bestehender Kanüle die Pflege (Reinigung, Absaugen, Inhalieren) notwendig. Körperliche Anstrengung und Wassereintritt sind zu vermeiden.

        Nasennebenhöhlenoperation

        Die Endoskopische Nasennebenhöhlenoperation wird empfohlen, wenn die Ausgänge der Nebenhöhlen aufgrund chronischer Entzündungen, Nasenpolypen oder anderer Erkrankungen blockiert sind und medikamentös nicht therapiert werden können. Auch bei Pilzinfekten oder Tumorverdacht ist der Eingriff nötig.

        Die Operation erfolgt in Vollnarkose endoskopisch durch die Nasenlöcher, um kranke Schleimhaut und Polypen zu entfernen sowie die Nebenhöhlenöffnungen zu erweitern.

        Zu den Komplikationen zählen seltene Nachblutungen oder Infektionen. Äußerst selten sind Verletzungen der Schädelbasis (mit Gefahr einer Hirnhautentzündung) oder der Augenhöhle (mit Sehstörungen bis zum Sehverlust). Postoperativ sollte die Nase für mindestens eine Woche nicht geschnäuzt werden , und körperliche Anstrengungen(Sport, Heben) sind für etwa zwei Wochen zu meiden.

        Korrektur der Nasenscheidewand

        operative Die operative Korrektur der Nasenscheidewand (Septumplastik), oft kombiniert mit einer Verkleinerung der Nasenmuscheln, wird zur Verbesserung einer behinderten Nasenatmung durchgeführt. Eine Verkrümmung der Nasenscheidewand entsteht durch ungleiches Wachstum oder ein Trauma.

        Der Eingriff erfolgt in Vollnarkose durch einen Schnitt im Naseninneren ohne äußere Narben. Die verkrümmten Anteile werden begradigt und die Nase kann für ein bis zwei Tage tamponiert werden.

        Seltene Komplikationen sind Nachblutungen, Infektionen, die Bildung eines Blutergusses unter der Schleimhaut (Septumhämatom) oder eine Lochbildung in der Nasenscheidewand (Septumperforation). Extrem selten ist eine Verletzung der Schädelbasis. Postoperativ sollte die Nase für mindestens eine Woche nicht geschnäuzt und körperliche Anstrengung für ca. zwei Wochen vermieden werden.

          HNO-Eingriffe bei Kindern

          Die mit Abstand häufigste HNO-Operation im HNO Bereich bei Kindern ist die Entfernung der Gaumen- und Rachenmandeln (Tonsillen und Adenoid), die bis zum Alter von 4-6 Jahren ihre maximale Größe erreichen (siehe oben). Weitere Eingriffe wie Cochleaimplantation bei Schwerhörigkeit oder Korrekturen von angeborenen Fehlbildungen sind in der Regel spezialisierten Kliniken vorbehalten und erfolgen bei Bedarf in Zusammenarbeit von Ärzten aus mehreren Fachgebieten.

           

          Neuro- und Neugeborenenchirurgie

          Die medizinische Genetik und Kinderchirurgie berät und unterstützt Familien mit genetisch bedingten angeborenen Fehlbildungen, chronischen Erkrankungen oder geistigen Behinderungen. Eine enge Zusammenarbeit besteht mit der Frauenklinik für die pränatale Beratung.

          Die Kinderneurochirurgie korrigiert angeborene und erworbene Fehlbildungen, insbesondere im Bereich des Enddarms (anorektale Fehlbildungen), bei Darminnervationsstörungen wie Morbus Hirschsprung und bei chronischer Verstopfung. Die Neugeborenenchirurgie bietet Diagnostik und das gesamte Spektrum der operativen Therapie, wobei die Weiterbetreuung der komplexen Fälle bis ins Erwachsenenalter erfolgt. Fehlbildungen können oft schon vorgeburtlich erkannt werden.

          Besondere Eingriffe bei Kindern

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